• Reisebericht Avellino-Tour 2014

    26. – 29. Juni 2014

    Bereits seit über 125 Jahren zählt es zur reichhaltigen Rugby-Tradition, dass Mannschaften in der jeweiligen Saisonpause zu befreundeten Vereinen rund um den Globus reisen, um sich im Kampfe auf dem Rugbyfeld zu messen aber insbesondere um Freundschaften zu pflegen und rauschende Feste zu feiern. In frühen Zeiten waren es in erster Linie die legendäre Auswahl der British & Irish Lions oder die sagenumwobenen Barbarians F.C., welche diese Trips durchführten. Dazu kamen die nicht minder geschichtsträchtigen Neuseeländischen All Blacks oder die Südafrikanischen Springboks, welche sich jeweils mit den europäischen Nationen duellierten.

    Doch selbstverständlich werden auch im Amateursport diese Traditionen hochgelebt. So pflegt der Rugby Club Würenlos seit einiger Zeit eine Verbindung mit dem süditalienischen Avellino Rugby Club. Abwechselnd in jedem Sommer ist eine der Mannschaften beim Gegenüber zu Gast. Diesjährig war es eine Delegation des RC Würenlos welche Ende Juni 2014 nach Avellino reiste, um ein weiteres Kapitel in diesem grandiosen Brauchtum zu schreiben.

    Gebührend empfangen wurden die Schweizer Gästen von ihren italienischen Freunden am neapolitanischen Flughafen, von wo aus sie umgehend in den Grossraum Avellino chauffiert wurden, um noch am selben Abend ein gemeinschaftliches Training abzuhalten. Der Freitag stand dann im Zeichen des Tourismus, es war ein Ausflug zu einer antiken Ausgrabungsstätte geplant sowie dem ausführlichem Nichtstun am nahen Strand gefrönt.

    Am Samstag dann folgte der grosse Rugbytag. Bei für süditalienische Verhältnisse relativ angenehmen 31° Celsius startete das Spiel und sofort wurde den Zuschauern in Erinnerung gerufen: der tiefsten Freundschaft zum Trotze gibt es in dieser härtesten aller Mannschaftssportarten keine Nettigkeiten auf dem Feld. Es wird getackelt und gespurtet, das ovale Spielgerät beinhart verteidigt und manch ein Einheimischer Spieler fand sich vor grossen Rätseln wieder. Denn diese Würenloser schien kaum zu fassen, die RCW-Allzweckwaffe Kerker beispielsweise entglitt der Avellinesischen Verteidigung so manches Mal wie ein glitschiger Karpfen dem Fischer. Auch der in der Region aufgewachsene Angelo Olivieri, welcher seit einigen Jahren in Diensten des RCW steht, gelang eine grosse Partie mit vielen Linien-Durchbrüchen und 2 prächtigen Tries. Erwähnenswert sicherlich auch die Runde der starken Gedrängespieler um Tour-Kapitän Roman Suter, welche das gegnerische Scrum brachial zu dominieren wussten und sicherlich die solide Basis für einen glorreichen Sieg bereiteten.

    Mit hoher Intensität und kaltblütiger Effizienz im Abschluss zogen die Schweizer davon und schraubten das Score in schwindelerregende Sphären. Die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber versuchten immer wieder die Würenloser Defensive zu durchbrechen, doch diese schien an diesem Tag einer unüberwindbaren Maurer gleichzukommen. Nicht einmal der flinke italienischen Scrumhalf Vincenzo Gaita oder der pfeilschnelle Captain Luca Pericolo konnten mit ihren mutigen Vorstössen reüssieren.

    Was schlussendlich auf der Anzeigetafel stand, war dann irgendwie doch relativ nebensächlich. Es folgte nämlich Schlag auf Schlag ein weiterer Höhepunkt, die sogenannte Terzo Tempi oder 3. Halbzeit, wonach alle körperliche Brutalität dieses Spiels vergessen ist und das Zusammensein mit reichlich Speis und Trank in feierlicher Atmosphäre genossen wird.

    Der Rugby Club Würenlos bedankt sich bei Rugby Avellino für eine weitere unvergessliche Episode der gemeinsamen Freundschaft und freut sich bereits jetzt auf das nächste Zusammentreffen.

    Endstand: Avellino Rugby 0 – 60 RC Würenlos

    Men of the Match: Würenlos: Matthias Kerker Avellino: Vincenzo Gaita

    Tries: Matthias Kerker (3), Angelo Olivieri (2), Jan Podzorsky (2), Martin Weisshaupt, Manuel Hernández, Sven Glauser
    Conversions: M. Kerker (5)

    Rugby Club Würenlos: 1 Martin Weisshaupt, 2 Olivier Gröninger, 3 Alan Brice, 4 Wim van der Merwe, 5 Markus Weibel, 6 Samuel Villiger, 7 Jan Podzorsky, 8 Roman Suter (C), 9 Brian Jensen, 10 Matthias Kerker, 11 Sven Glauser, 12 Angelo Olivieri, 13 Benoit De Lussy, 14 Manuel Hernández, 15 Daniele Govetosa, Clive Colbert (Coach), Matej Djuranec (Support)

    Avellino Rugby: 15 Pericolo 14 Raosa 13 Vg. Gaita 12 Ruggiero 11 Petrillo (35′ s.t. Valentino) 10 Iannaccone 9 Vc. Gaita 8 Balsamo(1′ s.t. Console)7 Vietri 6 Maniglia 5 Amodeo (1′s.t. Russo) 4 Sellitto 3 Spiniello (25′ st. Balsamo) 2 Vistocco 1 Petruzziello. All. Caliano