• RFC Bishops St. Gallen 5 – 0 RC Würenlos

    Die Hinrunde neigt sich zu Ende, doch ein Klassiker steht noch an: St. Gallen gegen Würenlos; Bischöfe gegen Geier, das ist eines der traditionellsten Aufeinandertreffen der deutschsprachigen Rugbyschweiz. Sind diese Clubs doch seit jeher auf Augenhöhe, meist in derselben Liga gegeneinander konfrontiert, daraus folgten unzählige packende Abnützungskämpfe, Legenden und legendäre Geschichten.

     

    So sollte es auch an diesem sonnigen aber kalten Spätherbsttag sein. Das Würenloser Trainergespann konnte auf ein volles Matchblatt setzen, auch die Heimmannschaft schien absolut bereit zu sein, für 80 Minuten Kampf um den ovalen Ball.

     

    Dementsprechend wurde die Partie auch ausgeglichen gestartet. Beide Seiten versuchten jeweils abwechselnd mit starken Gedrängeformationen Meter gut zu machen und dann mit der Hintermannschaft die Verteidigungslinien zu durchbrechen. Beide Seiten scheiterten ebenso aus Gründen der tadellosen Verteidigung oder auch wegen eigenen „Handling“-Fehlern.

     

    Das Gedränge war dem Spielverlauf nicht wirklich entsprechend, hier konnten die Würenloser deutliche Vorteile verzeichnen. Die Richtung war mit eigenem oder gegnerischem Ballbesitz stets aus RCW Sicht vorwärts, sie vermochten es aber vorerst noch nicht, gegnerische Bälle zu „klauen“.

     

    Die Ostschweizer konnten jeweils – technisch versiert – auch in der Rückwärtsbewegung den Ball behaupten und den Spielzug durchführen.

     

    Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit wurde die Würenloser Angriffsreihe dann ordentlich durchgewirbelt: Captain Schwizer verdrehte sich bei einem Tackling unglücklich den Fuss, an weiterspielen war nicht zu denken. So gab es einige Umstellungen auf den Spielmacherpositionen.

     

    Weiterhin gab es hüben und drüben keine Punkte zu verzeichnen, das Bemühen war aber weiterhin gross. Mit heftiger Wucht, prallten die Spieler aufeinander, geschenkt wurde sich keinen Millimeter.

     

    Es kann daraus bestimmt schlussgefolgert werden, dass an diesem Tag die Verteidigung beider Mannschaften überragend waren, das kleine Quäntchen Wille und Überzeugung fehlte wohl dennoch im Angriff.

    Das einzige Gegenbeispiel hierzu war eine Szene bereits in der laufenden zweiten Halbzeit, als der St.Galler Flanker – die äusserst begabte englische Allzweckwaffe – mit Ball in der Hand, erst eine Täuschung rechts und dann ein Hacken links schlug, und somit seine Bewacher abschüttelte. Auch die beiden verzweifelt herbeigeilten Verteidiger des sogenannten „zweiten Vorhang“ konnten ihn nicht mehr bremsen. Unter grossem Jubel vollendete er sein Werk in der Würenloser Tryzone.

     

    Das Heimteam nun in Front, der Tabellenführer stark gefordert. Zeit war noch genug vorhanden, auch Möglichkeiten waren keine Mangelware. Gegen Ende des Matches konnten die Würenloser ihre Kontrahenten regelrecht in deren 22er-Zone festschnüren. Es gab vielversprechende Varianten das Score auszugleichen: Line-Outs knapp vor der Trylinie, stürmische Pick&Go Varianten, diverse Linien-Kombinationen und auch Scrums direkt 5 Meter vor den „Posts“ (H-Tor). Es war zum Haare raufen, trotz markanter Überlegenheit – es sollte an diesem Tag nicht sein.

    Als dann der tadellos pfeifende Referee ein letztes RCW-Scrum und somit den Match wegen einer Regelwidrigkeit abpfiff, reckten die St. Galler Bishops gleichwohl zittrig wie glücklich ihre Arme in die Höhe! Sie durften sich einen wichtigen Sieg gutschreiben – sicherlich anhand der unzähligen RCW-Chancen gegen Ende glücklich, aber hoch verdient und hart erkämpft!

    Wir wünschen eine erholsame Winterpause und freuen uns auf das Rugby-Jahr 2018 / insbesondere auf das Rückspiel in Würenlos!

     

     

    Endstand: RFC Bishops St. Gallen 5 – 0 RC Würenlos

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung, beim RFC St. Gallen für den äusserst fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND ! !

     

    Man of the Match: Roman Suter

    Tackler of the Match: Benni Xhemaijli

    Best Performance Trophy: Matias Torres

     

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Fabio Mercorella, 2 Olivier Gröninger, 3 Benni Xhemaijli, 4 Oliver Wolf, 5 Roman Suter, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Steven Blondin, 9 Christian Balls Roth, 10 Andreas Buri, 11 Dimitri Rüegg, 12 David Schwizer ©, 13 Linus Brands, 14 Nik Schaffner, 15 David Wheeler, 16 Timon Inderbitzin, 17 Martin Weisshaupt, 18 Roman Irniger, 19 Luigi Orlando, 20 Urs Hoessly, 21 Simon Michel, 22 Walter Jenni, 23 Jeremy Georg, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistenz-Coach), Ann de Wit (Medic), Matias Torres (on&off-Field Support), Martin Schwizer (Fotograf)

     

    RC Würenlos 32 – 0 RC Solothurn

    Der goldige Herbst zeigte sich von seiner unrühmlichen Seite an diesem 29. Oktober. Eine ungewohnt kalte Brise wehte den anwesenden Würenloser Rugbyfans in ihr Antlitz, als würde Petrus persönlich feuchte Watschen verteilen.

    Man braucht wohl aber nicht zu erwähnen, dass diese Wetterlage den meisten Rugbyspielern durchaus gefällt, denn das Spielfeld wird so matschig-rutschig, sodass auch ein knochenhartes Tackling zumindest eine weiche Landung verspricht.

     

     

    Das allgemeine Gelächter der anwesenden Rugbianer war dann auch nicht verwunderlich, als der Referee vor Anpiff schrie: „Würenlos, I will call you red… and Solothurn, I will call you white“. Wohlwissend, dass die strahlend weissen Solothurner Jerseys ungefähr ab der zweiten Spielminute in sympathisch modrigem braunton erscheinen, wahrscheinlich sogar „too-much“ für die nochso verblümteste Perwoll-Werbung.

     

    Die Vorzeichen der Partie waren äusserst interessant. Das „Mittelland-Derby“ konnte noch nie von den Solothurnern gewonnen werden, dementsprechend gross waren sicherlich die Erstrebungen hiernach. Würenlos hat in den vier Saisonspielen nicht derart geglänzt wie die Tabellensituation (37 Tries erzielt, nur ein Try kassiert) vermuten lässt. Es ist also heute eine top Performance nötig, um das aufstrebende Solothurn ein weiteres Mal in die Schranken weisen zu können.

     

    Die Umsetzung in den ersten Minuten erschien dann aus Würenloser Sicht nicht wie geplant, sondern mühselig. Die Solothurner traten überaus agil und kampfbetont auf. Das Heimteam bekundete Mühe dem Spiel deren Stempel aufzudrücken. Technische Fehler wie auch Regelverstösse (Penalties) waren sehr einseitig verteilt, fast immer zeigte der Referee zugunsten der Gästemannschaft an. Aus Solothurner Sicht bestimmt überaus ärgerlich, dass man in dieser Spielphase nicht punkten konnte. Weder Penaltykick noch Tries resultierten aus dem dominanten Ballbesitzanteil.

     

     

    Das Gedränge schob hingegen – Ballbesitz-Unabhängig – an diesem Tag nur in eine Richtung. Ähnlich einem 700PS-Traktor schob der RCW-Scrum ihre Kontrahenten wie einen Ackerpflug in die tiefe Würenloser Spielwiese, als wollten sie über Winter ein Beet Frühkartoffeln ansäen.

     

    Dementsprechend brenzlig wurde es dann nahe der Solothurner Trylinie, als es dann jedoch die Würenloser in drei Gedrängeformationen tatsächlich nicht schafften, den Ball punktend abzulegen. Vorsorglich verwertete Dave Schwizer den Ball mittels Dropkick zwischen die Pfosten, um mindestens das Score eröffnen zu können.

     

    In der Folge fand der Kampf wieder im Mittelfeld statt, die Fehlerorgie der Würenloser hielt sehr zum Argwohn der Coaches an. Nach ungefähr 30 Spielminuten dann jedoch ein prächtiger Angriff des RCW. Über mehrere Stationen wurde der rutschig-nasse Ball zu Flanker Davide Mancina geschickt, dieser setzte im Vollspurt an zum Wahnsinnspass über 15 Meter, direkt in die Hände des Steven Blondin, welcher zwei Verteidiger überrennend den Ball zum ersten Try markieren konnte. Frenetischer Jubel erklang auf der Ländliwiese, die Zuschauer inklusive der legendären Geierkurve waren ein erstes Mal entzückt.

     

    Die Solothurner Wölfe hielten sich danach aber weiterhin hartnäckig im Spiel. Obwohl die Würenloser immer dominanter auftraten, waren Durchbrüche der Linie sehr selten, sicherlich auch dem tiefen Morast geschuldet. Die wendigen und schnellen Spieler der Angriffslinie wirkten eher wie verirrte Rehe in der falschen Jahreszeit. Ganz anders die Situation welche zum zweiten Try führte. Prop Martin Weisshaupt fackelte nicht lange, als ein Ruck cirka 10 Meter von der Solothurner entfernt geformt war. Kurzum den Ball ansich genommen, stampfte er entfesselt in geduckter Haltung vorwärts und suhlte sich in der erlösenden Endzone.

    Es folgten weitere zwei Versuche von Steven Blondin, jeweils nach weiterhin dominanter Gedrängeformation.

     

    Der letzte Try kam pünktlich mit dem Abpfiff des Referee, mit Müh und Not konnten sich die Würenloser somit doch noch den Bonuspunkt sichern.

     

     

    Endstand: RC Würenlos 32 – 0 RC Solothurn

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die tadellose Spielleitung, bei Solothurn für den äusserst fair geführten Match.

    Das grösste MERCI geht hier an die besonders tapferen und treuen Zuschauer, Fans und Helfer, welche den Weg nach Würenlos fanden. TAUSEND DANK !

     

    Man of the Match: Davide Mancina

    Tackler of the Match: Christian Balls Roth

    Best Performance Trophy: Olivier Gröninger

    Try: Steven Blondin (3), Martin Weisshaupt

     

    Conversions: Manuel Hernandez (2), Marco Carrara

    Penalty: Manuel Hernandez

    Drop-Kick: David Schwizer

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Fabio Mercorella, 2 Olivier Gröninger, 3 Benni Xhemaili, 4 Silvio Farner, 5 Roman Suter, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Steven Blondin, 9 Christian Roth, 10 Andi Buri, 11 Dimitri Rüegg, 12 David Schwizer ©, 13 Linus Brands, 14 Manuel Hernandez, 15 David Wheeler, 16 Martin Weisshaupt, 17 Oliver Wolf, 18 Remi Guillemin, 19 Urs Hoessly, 20 Loris Widmer, 21 Simon Greder, 22 Simon Michel, 23 Marco Carrara, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistant-Coach), Ann de Wit (Medic), Fotos: Martin Schwizer

     

  • Schaffhausen Rugby Club 0 – 74 Rugby Club Würenlos

    Nur ein Steinwurf von der Deutschen Grenze entfernt, befindet sich der Sportplatz Schweizersbild, Heimat des Schaffhausen Rugby Club – Golden Balls. Ein junger, aufstrebender Rugbyverein, welcher aus rein ergebnisorientierter Sicht noch in den Kinderstollenschuhen steckt, in Punkto Rugbyspirit jedoch so manchem Schweizer Traditionsverein haushoch überlegen ist. Schon Tage vor dem Spiel war klar, dass die Schaffhauser mit absenz- und verletzungsbedingten Personalengpässen zu kämpfen haben. Doch ein einfach scheinendes Forfait kam für die stolzen Herren nie in Frage. Immer steht das lobenswerte Credo im Vordergrund: kämpfen auf dem Platz, gerne mit brachialer Härte, aber auch ein Stückchen Schalk darf nicht fehlen. Danach wird bei reichlich Bier und feiner Bratwurst das Spiel zusammen analysiert und die grosse Rugbyfamilie celebriert.

     

    Doch von vorn. Die Scheiben der altertümlichen Schaffhauser Umkleidekabine waren dick beschlagen, als würde eine Horde Finnen eine Sauna einheizen. Es waren keine Finnen am Werk, sondern die Würenloser Rugbymannschaft, welche sich unter Leitung von Captain Schwizer in irisch-helvetischer Weise lautstark brüllend antreibt, bis die Köpfe rotglühen und der Schweiss von der Decke tropft. Motiviert von Metallstollen bis unter die Haarspitzen dann der kurze Weg zum Spielfeld.

     

     

    Kaum wurde das Schaffhauser Grün betreten, folgte auch bereits die Spieleröffnung durch den Referee. Ehrgeizig waren die vom Coaching Staff geforderten Etappenziele des Matches, der Start gelang vorerst aber eher mässig für die Gäste aus dem Limmattal. Flüchtigkeitsfehler prägten die Startminuten und die Nordschweizer kämpften kühn gegen die scheinbar überlegenen Kontrahenten an. Tapfer stellten sie sich den starken RCW-Akteuren entgegen, ganz im Zeichen ihres Wappentieres, mit mächtigen Hörnern und nichtweniger mächtigen Cojones.

     

     

    Erst nach cirka 10 Spielminuten gelang es einem Würenloser Gedrängespieler das erste Mal die Verteidigungslinien komplett zu durchbrechen und sicher zum ersten Try abzulegen. Einige Minuten später folgte der nächste Versuch des RCW nach schöner Teamleistung. Das Heimteam bekannte immer mehr Mühen, den Ball überhaupt aus der eigenen Hälfte zu bringen. Auch gelang es der eingespielten Würenloser Line-Out-Crew zunehmends die gegnerischen Bälle zu klauen, was natürlich ein frappanter Einfluss auf den Ballbesitzanteil hat.

     

     

    Die Gedränge waren anfangs relativ ausgeglichen, die Heimherren mussten nach der Halbzeitpause jedoch schweren Herzens das wettkampfmässige Gedränge aufgeben, da ansonsten ungeübte Spieler unter dem enormen Druck des Gedränges ernsthafte Verletzungen erleiden könnten. Niemand spielt gerne das sog. „uncontested Scrum“, doch die Gesundheit der Spieler steht indiskutabel an erster Stelle!

     

    Das Spiel der Würenloser Hintermannschaft verlief an diesem Tag bemerkenswert gut. Immer wieder schickten die Spielmacher Nr. 9, 10 und 12 die Bälle über die gesamte Breite des Spielfelds, was den Schaffhauser Spieler sichtlich Mühe bekundete. So durchbrachen die RCW-Angreifer regelmässig mit der partiellen Überzahl die Verteidigungslinie.

     

     

     

    Sicherlich sehenswert die beiden „Husarenritte“ des Würenloser #8 Steven Blondin. Wie Obelix seinerzeit, rannte der gleichsam muskelbepackte wie athletische Drittreihestürmer durch diese „Römer“, welche mal umlaufen, weggespickt oder gar überrannt wurden.

    Allesamt ein starker Auftritt des RC Würenlos an diesem Tag, doch nahm das Würenloser Trainergespann auch vom Spielfeld Schweizersbild einige wichtige Punkte mit Verbesserungspotential mit nach Hause.

     

     

    Endstand: Schaffhausen Rugby Club 0 – 74 RC Würenlos

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung und bei Schaffhausen für den fair geführten Match und die grandiose dritte Halbzeit!

     

    Man of the Match: Steven Blondin

    Tackler of the Match: Manuel Hernandez

    Best Performance Trophy: Silvio Farner

     

    Try: Combo RCW

    Conversions: Manuel Hernandez

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Rémy Guillamin, 2 Olivier Gröninger, 3 Benni Xhemaili, 4 Roman Suter, 5 Silvio Farner, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Steven Blondin, 9 Christian-Balls Roth, 10 Andreas Buri, 11 Simon Michel, 12 David Schwizer ©, 13 Linus Brands, 14 Manuel Hernandez, 15 David Wheeler, 16 Urs Hoessly, 17 Fabio Mercorella, 18 Luigi Orlando, 19 David Wiedemeier, 20 Simon Greder, 21 Jeremy George, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistant-Coach), Cory de Wit (Medic) Fotos Martin Schwizer & Richard Fischer – herzlichen Dank den beiden

    RC Würenlos 7 – 0 RC Luzern

    Spitzenspiel in Würenlos! Je zwei Kantersiege hatten beide Mannschaften auf dem Konto – glasklar – dass sich auch beide Teams die Vorherrschaft in der NLC sichern wollten, gleichbedeutend mit der Pole Position für den Aufstieg. Würenlos vs. Luzern kann getrost als Klassiker bezeichnet werden, denn sind die Clubs seit jeher auf Augenhöhe und lieferten sich ausnahmslos epische Rugby-Kämpfe.

    Das Spiel begann den Vorzeichen entsprechend raubeinig. In der Platzmitte spielte sich das Geschehen ab, brachiale Vorstösse der Gedrängespieler prallten auf deren Kontrahenten, welche wiederum mit krachenden Tacklings antworteten. Insbesondere der agile RCW-Flanker Jan Podzorski beendete so manches Offensivgelüste der Luzerner, indem diese gleich reihenweise technisch fein aber überaus unsanft von den Beinen geholt wurden.

     

    Die Würenloser Offensive – zuletzt gegen Biel und Ticino als regelrechte Try Maschinerie aufgetreten – kam an diesem Tag nicht richtig in die Gänge. Natürlich insbesondere wegen der bärenstarken Luzerner Verteidigung. Trotzdem schlichen sich auch einige technische Fehler ein, was jeweils die Möglichkeit zum Liniendurchbruch oder gar Versuche verunmöglichte.

     

    Erhebliche Vorteile hatten die Platzherren an diesem Tag im Lineout. Die eigenen Bälle wurden meist problemlos gepflückt, das defensive System war an diesem Tag jedoch bemerkenswert: Jan Podzorski wurde von seinen Kollegen derart schnell nach oben katapultiert, dass sein Luzerner Kontrahent im Luftkampf fast immer das Nachsehen hatte. Die Luzerner Line-Out-Verunsicherung gipfelte dann mit dem Komplettwechsel des Systems, was jedoch im Anschluss nicht viel erfolgreicher war.

     

    Die Gedränge verliefen deutlich ausgeglichener, beide Packs schenkten sich nichts und gewannen in der Regel ihre eigenen Scrums. Eine äusserst unangenehme Situation ereignete sich allerdings in der Nähe des Würenloser 22-Meter-Raums. Das Luzerner Gedränge erwischte das Würenloser Pendant auf falschem Fuss und schob diese im Morast der Ländliwiese zehn, vielleicht sogar 15 Meter zurück. Ein starkes Statement der Innerschweizer, doch konnten sie nichts zählbares hieraus reüssieren. Die Würenloser verstanden es auch im Retourgang stabil zu bleiben und nicht zu kollabieren, wodurch der Referee keinen Anlass zum Penaltypfiff fand. Auch der darauf folgende Luzerner Angriff konnte von den heimischen Linienspieler entschärft werden.

    Kurz vor der Halbzeitpause dann die Gelegenheit: Das RCW-Pack schritt zum Line-Out, ganz in der Nähe der gegnerischen Trylinie. Wohl wussten alle auf dem Feld was folgen wird: klassisch versucht dann die komplette Gedrängemannschaft ineinander verbunden, mit einem sogenannten Maul (stehendes Gedränge) den Ball mit Technik und roher Kraft die verbleibenden Meter am Gegner vorbei oder sogar darüber hinwegzuschieben. Dies gelang ordentlich, die Luzerner konnten das massive Pack nur mit allerletzter Kraft vor dem Malfeld stoppen. Es war dann der erfahrene Würenloser Hooker Olivier Gröninger, welcher Ball und Verantwortung übernahm und das Spielgerät unter grossem Jubel auf der Linie platzierte! Nach grandiosem Erhöhungskick von Andreas Buri stand es nun pünktlich zum Pausenpfiff Würenloser 7 – Luzern 0.

     

    Nach dem Unterbruch und ambitionierter Ansprache der beiden Würenloser Coaches, ging es ähnlich weiter. Der sieben-Punkte-Vorsprung ist natürlich hauchdünn, vorallem über 40 Minuten will niemand verteidigen. So schallte wie üblich ein lautes „NULL – NULLL ! ! !“ über die Ländliwiese. Ausgerufen von den Spielern, mit dem Zweck, sich mental nicht mit kleinen oder grösseren Spielständen zu beschäftigen, sondern effektiv mit aller Kraft die nächsten Punkte erzielen zu wollen, ja müssen!

     

    Es verstrichen die Minuten ohne nennenswerte Gefahren auf beiden Seiten, bis plötzlich ein Raunen das Heimpublikum durchzog, als nach einem für Luzern erfolgreichen Gedränge, deren wuchtiger Center die Würenloser Defensive ganz aussen am Seitenrand durchbrach. Da er von Verteidigern dicht verfolgt wurde und noch 50 Meter zur Trylinie fehlten, entschied sich der Innenschweizer zum Kick und anschliessendem Wettrennen. Seine Verfolger sahen bald nur noch die im Wind wehende, feuerrote Haarpracht davonspurten, der Angreifer ahnte seinen Husarenritt erfolgreich gekrönt. Doch rechnete er nicht mit dem quer übers Spielfeld zurücktrabende Gedrängespieler Roman Suter, welcher gut antizipiert hatte und nach beherztem Spurt den Ball um Haaresbreite vor dem Luzerner sichern konnte.

    Die Lage spitzte sich dann noch weiter zu, kurz vor Schluss drängte Luzern erneut und unermüdlich Richtung Trylinie. Als die Spielzeit bereits um war, schritten die Innerschweizer noch nah am Würenloser Malfeld zum Line-Out, die Situation glich haargenau jener Szene vor der Halbzeit, bei welcher Würenloser den einzigen Try erzielen konnte. Mit letzter Kraft und ein wenig Glück – dem Luzerner Gedrängehalb rutsche in der Hektik der Ball aus der Hand – war es dann geschafft: der RCW gewinnt diesen Knüller merklich knapp aber sicherlich verdient!

    Endstand: RC Würenlos 7 – 0 RC Luzern

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung, bei Luzern für den fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND !!

     

    Man of the Match: Olivier Gröninger

    Tackler of the Match: Jan Podzorski

    Best Performance Trophy: Roman Suter

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Fabio Mercorella, 2 Olivier Gröninger, 3 Roman Dubi, 4 Marco Di Giacomo, 5 Roman Suter, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Benni Xhemaili, 9 Christian-Balls Roth, 10 Andreas Buri, 11 Dimitri Rüegg, 12 David Schwizer ©, 13 Matias Torres, 14 Nik Schaffner, 15 David Wheeler, 16 Timon Inderbitzin, 17 David Wiedemeier, 18 Luigi Orlando, 19 Roland Thomann, 20 Roman Irniger, 21 Silvio Farner, 22 Marco Carrara, 23 Jeremy George, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistant-Coach), Natascha Inderbitzin (Medic), Fotos: Martin Schwizer

     

  • RC Würenlos 51 – 06 RC Ticino

    1.10.2017 in Würenlos

    Nach gelungenem Saisonstart und Kantersieg gegen Biel, war nun der RC Ticino zu Gast in Würenlos. Vielleicht waren einige Spieler des RCW noch immer vernebelt im Siegesflash der letzten Woche, denn die Startminuten des Spiels gehörten überraschenderweise ganz klar den Gästen aus der Schweizer „Sonnenstube“.

    Die lange Reise an diesem Sonntag hat der RC Ticino mit knappem Kader in Angriff genommen, vielleicht auch gerade deswegen, wollte man wohl gleich zu Beginn möglichst viel Vorsprung rausholen. Die Tessiner Druckphase wurde dann auch erfolgreich mit einem verwerteten Penalty und dementsprechendem Score 0 – 3 abgeschlossen. Das Geschehen auf dem Platz kann dann als umkämpft bezeichnet werden, denn es war der RCW, welcher seinerseits mit einem gelungenen Penaltykick reüssierte, gefolgt von einem neuerlichen Strafstoss der Südschweizer.

    Nach ca. 15 Minuten war dann aber vorerst Schluss mit Schlagabtausch. Der RCW war merklich bemüht den etwas verpatzten Start wettzumachen und antwortete mit einer mächtigen Druckphase, aus der innert wenigen Minuten drei Tries resultierten. Ticino war defensiv zunehmend ratlos, denn wenn die Platzherren den Ball in ihren Reihen führten, waren sie kaum mehr zu stoppen.

     

    Es folgten weitere schöne Ballstafetten, sehr zur Freude des Heimpublikums – es zeichnete sich schnell ein weiterer ungefährdeter Sieg ab. Auch nach der Pause waren die Helfer der Punktetafel gut beschäftigt.

     

     

    Sehr zum Ärgernis von Captain Schwizer schlichen sich dann bereits bei einigen Spieler Anzeichen von Überheblichkeit ein, was sich in gescheiterten „Einzelkämpfer-Aktionen“ äusserte. Sicherlich wäre das Score ohne diese Undiszipliniertheiten deutlich höher ausgefallen.

     

    Ebenso ist zu erwähnen, dass die Ticinesi auch ohne Ersatzspieler besonders in den Standardsituationen überzeugen und gut mithalten konnten. Zwar mussten sich die gebeutelten Akteure auf dem Platz immer öfters pflegen lassen, doch hat niemand den Kampf aufgegeben.

     

    Als einige Minuten vor Schluss dann doch ein Tessiner verletzungsbedingt weggetragen werden musste, war wohl jeder anwesende perplex, als plötzlich deren Trainer sein Getränk gegen Nockenschuhe und Tricot tauschte und in das Geschehen nun frontal eingriff. Es ist wohl schon eine ganze Weile her, als dass der RCW-Gründer Urs Hoessly zuletzt der zweitälteste Rugbyspieler auf dem Spielfeld war!

    Auch wenn der eingewechselte und sehr erfahrene Tessiner Coach seine Mannschaft auf dem Platz mit feurigen Parolen nochmals zu motivieren versuchte, gegen die in ihrem Hunger noch nicht gestillte Try-Maschinerie der Heimmannschaft war auch er machtlos.

    Fazit: Pflichtsieg eingefahren! Es gilt nun am kommenden Sonntag die bärenstark gestarteten Luzerner in Empfang zu nehmen und zu beweisen, wie sich das Würenloser Rugby in der Sommerpause und der Integration der U18 effektiv gestärkt hat. Obwohl die Saison erst begonnen hat, kann man sich sicher sein, ein allfälliger NLB-Aufstieg führt zwangsläufig über die Innerschweiz.

     

     

    Endstand: RC Würenlos 51 – 06 RC Ticino

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung, beim RC Ticino für den fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND ! !

     

    Man of the Match: David Schwizer

    Tackler of the Match: Nicolas Schaffner

    Best Performance Trophy: Remi Guillamin

    Tries: Combo RCW

    Penalties&Conversions: Nicolas Schaffner, Linus Brands

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Roman Irniger, 2 Olivier Gröninger, 3 Rémy Guillamin, 4 Steven Blondin, 5 Roman Suter, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Benni Xhemaijli, 9 Nicolas Schaffner, 10 David Schwizer ©, 11 Dimitri Rüegg, 12 Matias Torres, 13 Linus Brands, 14 Simon Greder, 15 David Wheeler, 16 Roland Thomann, 17 Urs Hoessly, 18 Silvio Farner, 19 Angel Fernandez, 20 Simon Michel, 21 Marco Carrara, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistant-Coach), Natascha Inderbitzin (Medic), Fotos: Jana Seebass & Vanessa Rüegg