• RC Würenlos 16 – 15 RFC Bishops St. Gallen

    Bereits im Vorfeld stand fest, alle Mikeshivas und Hobby-Kaffeesatzleser konnten sich ihre Prognosen sparen, die Halbfinalbegegnung Würenlos – St. Gallen wird eine enge Kiste! Denn zwei Duelle in der Saison wurden ausgetragen, jedes für sich ein Knüller höchster Güte. Logisch, dass wenn plötzlich der NLC-Meistertitel winkt, sich die Sache nochmals steigert.

     

    Dementsprechend wurde die Partie auch hektisch gestartet. Nach wenigen Minuten ein erster Schockmoment: Eine Unkonzentriertheit in der Würenloser Linie ermöglichte den Bishops unverhofften Ballbesitz. Der englische Spielmacher in St. Galler Diensten zeigte danach sein grosses Talent. Ein erster Side-Step Marke fliehende Gazelle, liess den ersten Würenloser alt aussehen. Auch der nachfolgende 70 Meter Sprint war beachtlich. Der zurückeilende RCW-8er konnte den Ballträger erst auf der anderen Spielfeldhälfte einholen – leider zu spät um ihn am Try hindern zu können!

     

    Das Spiel war nun erst recht lanciert, die Würenloser setzten zur Druckphase an:

     

    Die Bishops wurden früh unter Druck gesetzt und erste krachende Tackles erhellten das Gemüt der sogenannten Geier-Kurve, die „Hardcore“-Fans des RCW, welche den Verein nicht nur in Würenlos mit feurigen Rufen und prächtigen, selbstkomponierten Gesängen unterstützen, sondern ihren Idolen manchmal sogar in den Gemäuern des RCW-Hauptsponsors Pickwick Pub Baden „auflauern“.

    Eben diese Fangruppe lebte dann noch mehr auf, als der junge Flügelsprinter Dimitri Rüegg auf der Aussenbahn die Gestalt eines Bulldozers annahm und seinen verzweifelten Kontrahenten höchstens eine „fend“ (Abwehrmöglichkeit des Ballträgers mit ausgestrecktem Arm) übrig hatte, und das ovale Spielgerät schlussendlich in der St. Galler Tryzone platzierte.

     

    In der Folge blieb es spannend und umkämpft, Punkte wurden nur aus der Penaltyposition erzielt, es Stand 8 – 8 auf der Anzeigetafel.

     

     

    Mit Gleichstand wollten die Würenloser dann jedoch nicht in die Pause. Der RCW-Prop Alan Brice – welcher sich meist weniger mit behänder Technik, sondern eher mit abnormalen Kräften auszeichnet – nahm den Ball einige Meter vor der Trylinie an sich und liess seine Gegner gnadenlos auflaufen. Der 2. Try war markiert und das Heimteam in Front.

     

    Beachtlich über die gesamte Spielzeit war sicherlich die Leistung der Würenloser Gedrängespieler. Solid behaupteten sie den Ballbesitz in den Scrums, auch die Line-Outs wurden quasi wie aus dem Lehrbuch vorgeführt. Es konnten sogar – im Gegensatz zu den vorherigen Begegnungen einzelne gegnerische Bälle geklaut werden.

     

    Nach der Pause wurde die Vorentscheidung durch den Geier-Club leider mehrfach verfehlt. Anhaltende technische Fehler und Undiszipliniertheiten, gepaart mit unbändigem Kampfgeist der St. Galler ist eine schlechte Mischung. So kassierten die Würenloser in kurzer Abfolge gar 2 gelbe Karten (10 Minuten Zeitstrafe) und mussten nun plötzlich hoffen, den minimen Vorsprung über die Runden retten zu können. Das Bishops-Gedränge brachte es aus kurzer Distanz mehrfach nicht fertig, die Würenloser mit Mauls über die Tryzone zu drücken. Die Verteidigung arbeitete hier leidenschaftlich und mit letztem Einsatz.

     

    Die anschliessende Ball-Stafette der St. Galler kam aber postwendet und fand im bärtigen Bishops-Flanker einen würdigen Abnehmer, welcher zum 16 – 15 Resultat verkürzte.

     

    Wenige Minuten waren noch zu spielen, die doppelte Unterzahl liess Heimpublikum und Trainerstaff gleichermassen verzweifeln. Doch irgendwie schafften es diese Würenloser mit grossem Kämpferherz, letzter Aufopferung und einem Quäntchen Glück, diesen wichtigen Sieg einzufahren.

     

     

    Endstand: RC Würenlos 16 – 15 RFC Bishops St. Gallen

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung, beim RFC St. Gallen für den äusserst fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND ! !

     

    Man of the Match: Scrum Würenlos repr. Roman Suter

    Tackler of the Match: Alan Brice

    Best Performance Trophy: Alaric Wanner

     

    Tries: Dimitri Rüegg, Alan Brice

    Penalties: Alaric Wanner (2)

     

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Martin Weisshaupt, 2 Timon Inderbitzin, 3 Alan Brice, 4 Marco Di Giacomo, 5 Dano Indermaur, 6 Cory de Wit, 7 Jan Podzorski, 8 Roman Suter, 9 Simon Michel, 10 Andreas Buri, 11 Dimitri Rüegg, 12 David Schwizer ©, 13 Alaric Wanner, 14 Simon Greder, 15 Nik Schaffner, 16 Davide Mancina, 17 Roman Irniger, 18 Roman Dubi, 19 Urs Hoessly, 20 Olivier Gröninger, 21 Walter Jenni, 22 Angel Fernandez, 23 Linus Brands, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistenz-Coach), Wim van der Merwe (Assistenz-Coach), Ann de Wit (Medic), Christian Roth (on&off-Field Support), Martin Schwizer (Fotograf)

     

    Rugby Club Biel Bienne 5 – 20 Rugby Club Würenlos

    Angestachelt durch die Niederlage im ersten Saisonspiel gegen Biel fuhr die Würenloser Mannschaft nach Biel. Wiedergutmachung war angesagt.

     

    Mit der letzten Ansprache der Coaches wurden 3 Tries vor der Halbzeitpause gefordert. Dementsprechend starteten die Würenloser aggressiv ins Spiel. Wie auch schon in den letzten Spielen konnten die Würenloser die Gedränge für sich entscheiden und ihrer Backline so helfen die Gegner mit gekonnten Ballstafetten unter Druck zu setzen.

     

    Tief im 22er der Bieler noch ein Scrum. Wie eine gut geölte Maschine konnte der Würenloser Scrum den Ball für sich holen. Dank der starken Leistung der heutigen Nr. 9 Simon Michel konnte der Ball zur Backline gepasst werden und der erste Try durch einen überzeugenden Lauf von Joel Brühlmann für Würenlos markiert werden.

     

    Auch der 2te Try liess nicht lange auf sich warten. Mit perfekt ausgeführter Spieltaktik wurde der Ball bis zur Seitenlinie getragen. Der leichtfüssige Fullback Dave Wheeler konnte einigen Gegnern ausgeweichen und anschliessend den Ball im Malfeld ablegen.

     

    Durch einen Regelverstoss musste das Würenloser Gedränge vor der Pause dann in Unterzahl spielen. Wie schon so oft kamen die Vorzüge der Geier aus Würenlos zum Vorschein und Sie lieferten

    Biel auch zu vierzehnt einen erbitterten Kampf!

     

    Als die zweite Halbzeit startete, wurden die Würenloser wie auch schon in einigen Momenten der ersten Halbzeit zunehmend chaotisch. Die Bieler nutzten dies gekonnt aus und spielten sich mit einer wunderbaren Ballstafette durch die Ränge der Würenloser und markierte ein Try für sich.

     

    Mit den Zurufen des heutigen Captains Mike Colbert wurde jedoch schnell wieder Strukturen in das Spiel der Würenloser zurückgebracht. Der Zweitreihespieler Dano Indermaur konnte mit starken Läufen überzeugen und so fanden sich die Würenloser plötzlich wieder tief in der 22er-Zone der Gegner. Nach einigen Phasen gelang es den Würenloser Gedrängespieler Cory de Wit und Martin Weisshaupt die Verteidigung zu durchbrechen und so den 3ten Try für sich zu markieren.

     

    Das Spiel war jedoch nicht zu Ende und so musste weiter gekämpft werden. Beide Mannschaften setzten alles daran, soweit es ging nach vorne zu kommen. Nach erneutem Scrum 10 Meter vor der Bieler Tryline setzten die Würenloser nochmals alles in Gange. Die Gedrängespieler dominierten ihre Kontrahenten und mit einem wunderbaren Lauf konnte aus der Backline ein Try von Julian Döbbeling und somit auch der Bonuspunkt für Würenlos erzielt werden.

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung und bei Biel für den fair geführten Match und die Gastfreundschaft. Ein besonderer Dank geht auch an unsere Zuschauer, welche längere und kürzere Distanzen zurückgelegt haben als wir.

     

    Man of the Match: Dano Indermaur

    Tackler of the Match: Simon Greder

    Best Performance Trophy: Rui Veloso

    Tries: Joel Brühlmann, Dave Wheeler, Cory de Wit, Julian Döbbeling

     

    Spieler: 1. Roman Irniger, 2. Timon Interbitzin, 3. Luigi Orlando, 4. Dave Widermeier, 5. Dano Indermaur, 6. Urs Hoessly, 7. Martin Weisshaupt, 8. Cory de Wit, 9. Simon Michel, 10. Stefan Gilli, 11. Rui Veloso, 12. Joel Brühlmann, 13. Mike Colbert ©, 14. Simon Greder, 15. Dave Wheeler, 18. Sven Rappo, 19. Chregi Glatthard, 21. Julian Döbbeling, 22. Michael Madzimba

    Coach: Clive Colbert, Assistant Coach: Dermot Hastings, Medic: Ann de Wit

     

  • RC Würenlos 25 – 7 RFC Bishops St. Gallen

    30.04.2017 in Würenlos

     

    Es gibt in der jüngeren Würenloser Rugbyhistorie kaum ein Duell, welches mit ähnlich viel Härte und Intensivität geführt wurden wie diejenigen gegen St. Gallen. Beide Teams spielen seit Jahren auf Augenhöhe und tummeln sich zwischen den Ligen NLB und NLC. Zuletzt im Herbst 2016, setzte es eine bittere Niederlage in der Gallusstadt ab, als das Würenloser Fanionteam in einem epischen Abnützungskampf dem Heimteam mit einem Punkt Differenz unterlag.

     

    Mit ordentlich Revanchegelüsten trat die Würenloser Mannschaft nun zum Rückspiel an. Da kurzerhand einige Stammspieler abwesend oder verletzungsbedingt ausfielen, hat sich die Aufstellung insbesondere des „Tight-Five“ (Gedrängespieler #1 bis #5, tragen die Hauptlast im Scrum) komplett verändert. Nichtsdestotrotz konnte Kapitän David Schwizer ein sehr schlagkräftiges Team auf den Platz führen.

    Gleich zu Beginn waren es die Platzherren, welche die Ostschweizer Kontrahenten in ihrer Hälfte festschnüren konnten. Bereits früh bewies der RCW-Kickspezialist Nicolas Schaffner Nervenstärke, indem er zwei Penalties verwertete und somit für sein Team ein kleines Startpolster aufbaute.

     

    Der Würenloser Fullback David Wheeler war es dann, der einer seiner sehenswerten Husarenritte aufführte. Keiner der bereitstehenden St. Galler „Bischöfe“ konnte diesen Wheeler packen, ähnlich wie damals, als der sagenumwobene Sachsenkönig Widukind, einst vor der erzwungenen Taufe floh. Zum Glück für den RCW war er dann – der Sage abweichender weise – schlussendlich erfolgreich, das Würenloser Score wuchs an!

     

    Die zusammengewürfelten Würenloser Gedrängespieler waren an diesem Tag stark engagiert. Das mächtige und gut eingeübte St. Galler Pick&go wurde jeweils mit vereinten Kräften gestoppt, es kam kaum zu nennenswerten Raumgewinn der Gegner.

     

    Auch im Scrum war dies eine ausgeglichene Affiche, weitgehendst neutralisierten sich die acht zum Paket gebundenen Männern gegenseitig. Sicherlich ein etwas merkwürdiger Anblick für die zahlreichen RCW-Fans an der Seitenlinie, hatten sie doch in diesem Jahr 2017 jeweils eine heftige Überlegenheit feiern können.

     

     

    Noch mehr Tribut musste im Line-out gezollt werden. In den beiden vergangenen Spielen drückend überlegen, konnten viele gegnerische Einwürfe geklaut werden. An diesem Tag war das praktisch nie der Fall. Die Kombinationen der St. Galler waren offensichtlich top eingeübt und auf beachtlichem technischem Niveau, was es für die Abwehr fast unmöglich macht gegnerische Bälle zu „klauen“.

     

     

    Ein deutliches Zeichen des starken Bishops-Lineout-Kombination folgte noch vor der Halbzeitpause. Nahe der Würenloser Mal-Zone wurden die Würenloser geschickt überlistet, der wuchtige Ostschweizer blind-side-Flanker (#6) brach mit Ball in der Hand mitten durch die Abwehrreihen auf die rettende Linie.

     

     

    Die passende Antwort hatte dann der pfeilschnelle Andi Buri: ein Spurt über 70 Meter und mindestens drei durchbrochene Tacklings schockte die Bishops-Abwehr und entzückte das Publikum. Es schien, dass nun der Widerstand allmählich zu brechen begann. Auch wenn die Gastmannschaft genügend Spielanteile zu verzeichnen hatten, wirklich zählbares resultierte nicht mehr. Vorstösse wurden von der Würenloser Hintermannschaft zugrunde getackelt und neutralisiert.

     

     

    Als der RCW eine Serie technischer Fehler mit einer „weissen Karte“ (10 Minuten Unterzahl) bezahlen musste, war plötzlich eine gefährliche Wendung möglich. Niemand im Würenloser Rugbyshirt war jedoch derart töricht, diese St. Galler Mannschaft abzuschreiben, sondern die 15 Herren in rot-blau legten gar noch „eine Schippe drauf“. Der wendige Flügelsprinter Manuel Hernandez konnte eine herrliche Ballstafette mit einem erlösenden Try abschliessen.

     

     

     

    Endstand: RC Würenlos 25 – 7 RFC Bishops St. Gallen

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die Spielleitung, beim RFC St. Gallen für den äusserst fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND ! !

     

    Man of the Match: Andi Buri

    Tackler of the Match: Manuel Hernandez

    Best Performance Trophy: Olivier Gröninger

     

    Tries: David Wheeler, Andi Buri, Manuel Hernandez

    Conversion: Nicolas Schaffner (2)

    Penalties: Nicolas Schaffner (2)

     

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Roman Irniger, 2 Timon Inderbitzin, 3 Steven Blondin, 4 Marco Di Giacomo, 5 Dano Indermaur, 6 Cory de Wit, 7 Olivier Gröninger, 8 Roman Suter, 9 Nicolas Schaffner, 10 Andreas Buri, 11 Dimitri Rüegg, 12 David Schwizer ©, 13 Mike Colbert, 14 Manuel Hernandez, 15 David Wheeler, 16 Urs Hoessly, 17 Sven Rappo, 18 Roman Dubi, 19 Alaric Wanner, 20 Simon Michel, 21 Benoit de Lussy, 22 Christian Roth, Clive Colbert (Head-Coach), Dermont Hastings (Assistenz-Coach), Natascha Inderbitzin (Medic), Davide Mancina, Jan Podzorski, Pascal Savare (on&off-Field Support), Martin Schwizer (Fotograf)

     

    RC Würenlos 51 – 3 Schaffhausen Rugby Club

    09.04.2017 in Würenlos

    Wie kaum ein anderer Schweizer Rugbyclub, vermag es der RC Würenlos, seine Heimspiele mit regelrechter Stadionathmosphären zu verzieren. Zu Hunderten, pilgern die Rugbybegeisterten samt Kind und Kegel, jeweils aus ganz Grossraum Baden in das beschauliche Provinzdorf Würenlos, um das Fanionteam, Ihre Rugby-Helden anzufeuern.

    Zu Gast, bei strahlendem Sonnenschein an diesem Sonntag: der Schaffhausen Rugby Club – „Golden Balls“. Deren Club-Emblem, Kantonswappentier und Namensgeber, ein Widder mit… eben „golden Balls“, alt-deutsch: goldener Mannheit, oder neu-deutsch etwa: „ordentlich cojones“!

     

    Soviel vorweg: von Spielbeginn an war klar, die Schaffhauser werden heute ihre cojones beweisen müssen. Bei Ankick Würenlos, segelte das Spielgerät geradezu auf einen Schaffhauser Gedrängespieler. Es folgte in Sekundenbruchteilen das krachende Tackling des Würenlos-Pressings und ein heftiges und vorallem erfolgreiches Konterruck. Die Nordschweizer – sichtlich angesichts der Spielgeschwindigkeit überfordert – wehrten sich nach Kräften gegen zwei Pick&Go`s (Gedrängespielzug), dem folgte jedoch sogleich eine einwandfreie Ballstafette hinüber zum Flügelspieler, welcher relativ unbedrängt zum ersten Try ablegen konnte.

    Die intensive Anfangsphase legte sich dann jedoch kurzerhand, Schaffhausen kam nach einem ärgerlichen Fehler der Würenloser Defensive direkt vor dem Tor zum Penaltystoss, welcher auch schön verwandelt wurde.

     

    Nicht schon wieder, dachte sich das Würenloser Trainergespann, hatte deren Equipe doch im ersten Saisonspiel gegen Yverdon nicht zuletzt wegen vielen solcher Fehler das Nachsehen! Es blieb jedoch vorerst dabei.

     

    Zwar fand das Spielgeschehen oft in der Würenloser Hälfte statt, doch die RCW-Backline vermochte es immer wieder ihre Gegner zu umlaufen, was sehenswerte Versuche zum Ergebnis brachte.

     

    Das Würenloser Gedränge, bislang bereits sehr dominant aufgetreten, setzte dann direkt vor der Schaffhauser Mal-Linie zum Scrum an. Wer in die Gesichter der entschlossenen Männer schaute, wusste genau was der Plan war. Denn es gibt im Rugby kaum ein deutlicheres Zeichen der Überlegenheit und Dominanz, als das gegnerische Pack über deren eigene Linie zu schieben und den Try zu markieren. Geplant, getan: mit grosser Wucht schoben die 8 Würenloser Brocken ihre Kontrahenten zurück. Im Malfeld angekommen, musste der flinke Scrumhalf Nik Schaffner den Try quasi nur noch mit „Handauflegen“ bestätigen.

     

     

    Auch die Line-Outs funktionierten an diesem Tag prächtig. Die eingespielte Formation um Scrum-Captain Roman Suter klaute gleich reihenweise gegnerische Einwürfe, eigene Bälle konnten fast ausschliesslich gewonnen werden.

    Ein kleines Schmankerl für die „Männer fürs Grobe“ gabs dann kurz vor der Pause. Ein Line-Out tief im Schaffhausner 22er war angesagt, alles deutete auf ein einstudiertes „Maul“ hin. Kaum hatte der hochgehobene Jumper den Ball gepflückt, versammelten sich seine Kameraden gebunden bei ihm, der Ball zum hintersten Mann gereicht. Wie eine schnaubende Dampflok wurde Meter für Meter vorwärts gestossen und gezerrt, ohne Chance auf Erbarmen konnte auch dieser Try geschrieben werden.

    Trotz aller Überlegenheit und Dominanz der Heimmannschaft, konnte Coach Clive Colbert in der Pause nicht nur lobende Worte finden. Denn der Spielstand war deutlich auf Seiten des RCW, aber eben auch die Anzahl verursachter Fehler. Zu viele Knock-On’s, oft zu ungenaue Pässe und auch im Tackling war der Auftritt von Würenlos verbesserungswürdig. Nach der Pause folgen dann diverse Wechsel, es galt für das Trainergespann nun neue Kombinationen „im Ernstfall“ zu testen.

     

    Insbesondere im Gedränge führten diese Wechsel für Schaffhausen zu mehr Spielanteile. Es gilt festzuhalten, dass diese Mannschaft aus Schaffhausen an diesem Tag ihrem Maskottchen alle Ehre erbrachte. Angetreten mit nur 17 Spieler, darunter einige Debutanten, braucht es eine grosse Portion Rugby-Attitüde und eben „cojones“, um trotz gewaltigem Rückstand mit erhobenem Haupte zu agieren. Auch wenn die Würenloser Rugbymaschinerie gnadenlos weitere Tries markierte, aufgegeben hatte keiner dieser tapferen Schaffhauser – ein Try wäre an diesem Tag sicherlich verdient gewesen.

    Soweit liess es die RCW-Defensive jedoch nicht kommen. Der Schiedsrichter pfiff die Partie ab und die Würenloser luden zur standesgemässen 3. Halbzeit.

     

     

     

    Endstand: RC Würenlos 51 – 3 Schaffhausen Rugby Club

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee für die tadellose Spielleitung, bei Schaffhausen für den äusserst fair geführten Match und ALLEN HELFERN UND ZUSCHAUERN FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG AM SPIELFELDRAND ! !

     

    Man of the Match: Martin Weisshaupt

    Tackler of the Match: Nicolas Schaffner

    Best Performance Trophy: Urs Hoessly

     

    Try: David Wheeler (3), Dimitri Rüegg (2), Oliver Wolf, Cory de Wit, Nik Schaffner, Olivier Gröninger

    Conversions: Manuel Hernandez (2), Alaric Wanner

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Martin Weisshaupt, 2 Davide Mancina, 3 Oliver Wolf, 4 Steven Blondin, 5 Marco Di Giacomo, 6 Corrie de Wit, 7 Jan Podzorski, 8 Roman Suter, 9 Nik Schaffner, 10 Andi Buri, 11 David Wheeler, 12 David Schwizer ©, 13 Mike Colbert, 14 Dimitri Rüegg, 15 Manuel Hernandez, 16 Olivier Gröninger, 17 Remi Guilamin, 18 Bart Cholewinski, 19 Urs Hoessly, 20 Angel Fernandez, 21 Alaric Wanner, 22 Sven Biland, Christian Roth (Water Manager), Natascha Inderbitzin (Medic), Wim van der Merwe (Assistant-Coach), Clive Colbert (Head-Coach)

    Herzlichen Dank auch an unsere beiden treuen Star-Photographen Martin Schwizer und Jürg Streun!

     

  • RC Yverdon-les-Bains 18 – 15 RC Würenlos

    1.4.17 in Yverdon

     

    Ein halbes Jahr war vergangen, als der Rugby Club Würenlos auf der heimischen Ländliwiese, die stolze Equipe aus der Bäderstadt Yverdon mit 57 – 7 regelrecht demütigte.

    Der 2-fache Schweizermeister und Cupsieger wurde damals derart überrannt, dass bereits kurz nach Spielschluss in den Gesichter der Romands das logische Streben nach Revanche zu erkennen waren.

    Am 1. April des neuen Jahres war es dann endlich soweit. Die Würenloser Mannschaft durfte zum ersten Spiel der Rückrunde an die Südspitze des Neuenburgersees reisen. Die Vorfreude war gross, auch in Augen des Coaches Clive Colbert, welcher für seine Aufstellung auf viele hungrige Spieler zurückgreifen konnte.

    In der schmucken, nahgelegenen Schule quartierte sich der RCW ein und machte sich eifrig und entschlossen an die Match-Vorbereitung. Bei trübem Wetter dann wurde der Match von Referee Andrew Burn auf dem vereinseigenen Platz nahe der Autobahnbrücke angepfiffen. Viele Zuschauer waren nicht anwesend, ordnungsgemäss wird Regenwetter im Rugby von den Spielern auch immer mehr geschätzt als vom Publikum!

    Die Startphase lässt sich kurz umschreiben, es war ein hektisches Kräftemessen. Als ob zwei ebenbürdig starke Armdrück-Champions die verbundenen Pranken hin und her schwangen. Vom deutlichen Resultat und subjektiv wahrgenommenen Klassenunterschied des Hinspiels war nichts mehr zu spüren, auch wenn sich wohl leichte Vorteile für die Aargauer abzeichneten.

     

     

    Es waren danach jedoch immer wieder individuelle Fehler, wie ungenaue Pässe und Kicks, welche den Gästen erste Tries verunmöglichten. Punkte gabs auf beiden Seiten vorerst nur vom Penaltypunkt aus.

     

    In der Mitte der Partie wurde das Geschehen Zunehmens hektischer. Die Würenloser konnten eine 10-Minütige-Überzahlsituation als Folge einer Strafe der Heimmannschaft nicht ausnutzen. Aber es kam noch schlimmer: ein ärgerlicher Zwischenfall kostete den RCW kurz danach selbst eine Gelbe Karte. Punkto Effizienz dann ein Musterstück aus dem Lehrbuch von Yverdon: das Gedränge zog mit wilden Vorstössen die Würenloser Verteidigung in der Mitte des Feldes zusammen, die Linienspieler stellten sich in Position. Wie am Schnürchen wurde der Ball anschliessend sauber von Mann zu Mann nach aussen gepasst. Aufgrund der Unterzahlsituation dankbar, es fehlte ja ein Verteidiger auf Seiten der blau-roten Würenlosern. Ohne Wiederstand konnte der letzte Yverdon-Winger die Linie überqueren und zum Try markieren.

     

    Die Reaktion von Würenlos liess nicht lange auf sich warten. Energisch mobilisierte man alle Kräfte, prompt folgte einige Minuten später der verdiente Ausgleichs-Versuch. Das Momentum nun klar auf Seiten RCW wurde aber jäh gestoppt. Eine weitere völlig unnötige 10-Minuten Strafe wurde kassiert. Nicht schon wieder, war man sich einig, und trat mit ungebrochenem Siegeswillen der Unterzahl entgegen.

     

    Nach einem gewonnenen Line-Out im gegnerischen 22er und sehenswerter Ballstafette quer über den Platz, war es der junge Würenloser Dimitri Rüegg, der sich gegen mehrere Gegner durchsetzte und unter grossem Jubel seinen ersten Try legte.

     

    Eine strittige Szene folge im Anschluss, etwas abseits vom Spielgeschehen lag Würenlos‘ Captain Schwizer plötzlich am Boden, blutüberströmt und im Gesicht klaffte ein breiter Cut. Des Schiedsrichters Blick in Richtung Ball gerichtet, konnte die Szene nicht beobachten, dementsprechend auch keinen Täter bestrafen.

     

    Einige Minuten waren noch zu Spielen – für Dave Schwizer war das Match natürlich vorbei.

    Sichtlich verwirrt ob den Begebenheiten und sicherlich wähnten sich einige Würenloser bereits in trügerischer Sicherheit, denn gleich in der nächsten Spielsituation schaffte ein Yverdonois den Durchbruch ganz aussen auf der Seitenlinie, verfolgt von mehreren hechelnden Würenlosern. Knapp vor der Trylinie dann der erlösende Tackle ins Seiten-Aus, jedoch gefolgt von welschen Jubelrufen. Der dynamische Angreifer konnte den Ball irgendwie noch im Malfeld platzieren. Ob dies zeitgleich, vor- oder nach seiner Berührung des Seiten-Aus war – ohne Video-Beweis fast unmöglich zu definieren, vorallem auch für den Schiedsrichter, welcher sich nicht optimal positionieren konnte.

     

    Seine Entscheidung – Try (und somit kurzum Sieg) für Yverdon – sicherlich aus Würenloser Sicht unglücklich, galt es gleichwohl zu akzeptieren, und dem Kontrahenten zum Sieg zu gratulieren. Der Würenloser Fullback Alaric Wanner meinte nach dem Spiel treffend „ein Rugbyspiel wird selten in der letzten Minute verloren“.

     

    Endstand: RC Yverdon-les-Bains 18 – 15 RC Würenlos

     

    Der RCW bedankt sich beim Referee Andrew Burn für die Spielleitung und bei Yverdon für den fair geführten Match und die Gastfreundschaft.

     

    Man of the Match: David Schwizer

    Tackler of the Match: Steven Blondin

    Best Performance Trophy: Dimitri Rüegg, Simon Michel (der RCW gratuliert beiden zu Ihrem ersten Spiel in der 1. Mannschaft!)

     

    Tries: David Wheeler, Dimitri Rüegg

    Conversion: Alaric Wanner

    Penalty: Alaric Wanner

     

     

    Rugby Club Würenlos: 1 Rémy Guillemin, 2 Olivier Gröninger, 3 Oliver Wolf, 4 Steven Blondin, 5 Cory de Wit, 6 Davide Mancina, 7 Jan Podzorski, 8 Roman Suter, 9 Nicolas Schaffner, 10 Andreas Buri, 11 Manuel Hernandez, 12 David Schwizer ©, 13 Michael Colbert, 14 David Wheeler, 15 Alaric Wanner, 16 Luigi Orlando, 17 Martin Weisshaupt, 18 Roman Irniger, 19 Marco Di Giacomo, 20 Urs Hoessly, 21 Simon Michel 22 Dimitri Rüegg, (Assistenz-Coach), Christian Roth (water manager), Ann de Wit (Medic), Clive Colbert, Head Coach